Reproduzierte Realität

Für das Buch wurde einige Änderungen an tightype’s Fabrik vorgenommen.

So wie die Bilder sich von den Texten lösten und verselbstständigten, so brechen sie auch im Laufe des Buches den Raster mehr und mehr auf und entwickeln ein Eigenleben.

Auf Basis von medientheoretischen, soziologischen und philosophischen Untersuchungen entwickelte ich eine Auseinandersetzung mit unserer medialen Umwelt und der Frage danach, wie wirklich unsere Wirklichkeit eigentlich ist. So entstand eine Interaktive Installation und ein 154-seitiges Buch, dass meine Theorien und Überlegungen herleitet und dokumentiert.

Zentraler Kritikpunkt der Arbeit ist der »postmoderne Mythos des technischen Bildes«. Technische Bilder werden in der Installation als Abstraktion der Wirklichkeit thematisiert, indem der Betrachter zur Interaktion mit einem technischen Apparat eingeladen wird. Dieser generiert auf Anfrage Bilder aus Bildrauschen, denen keine »Wirklichkeit« mehr zugrunde liegt. Anschließend wird der Betrachter gebeten diese Bilder nach seinen eigenen Wahrnehmungsprinzipien zu verschlagworten und in einen wachsenden Katalog einzusortieren. So entsteht eine ästhetische Typologie des technischen Apparats jenseits von jeglicher Realität.

Das Buch greift diesen »Mythos des Bildes« auf, indem sein Layout die mediale Evolution wiedergibt. Im Laufe des Buches lösen die Bilder sich immer mehr aus dem typographischen Raster und behaupten so visuell ihre trügerische Dominanz gegenüber des Text-Mediums, bis sie sich schließlich nicht einmal mehr von den Rändern der Seite in Zaum halten lassen. Die Bilder verselbstständigen sich: In der Wirklichkeit, wie auch in der Gestaltung des Buches.

Für: Freies Projekt
Rolle: Recherche, Konzeption, Buchgestaltung