Die ästhetische Autonomie der digitalen Apparate

Kern des Projekts ist eine interaktive Installation, in der ein Computer Pseudo-Fotografien erzeugt und den Betrachter bittet, diese zu verschlagworten und in eine Bilddatenbank einzusortieren.
Pause
Unmute
Ziel von »Produced Realities« ist eine ästhetische Typologie.
Die Installation bietet zudem Einblicke in die Recherche hinter »Produced Realities«

Die Recherche zu »Produced Realities« war der zweite Teil meiner Abschlussarbeit und liegt in Buchform vor.

Beispiel einer Pseudo-Fotografie
Beispiel einer Pseudo-Fotografie
Beispiel einer Pseudo-Fotografie
Beispiel einer Pseudo-Fotografie

Ein Foto ist nicht etwa eine direkte Repräsentation dessen, was es zeigt, sondern vielmehr eine visuelle Manifestation der chemischen, physikalischen und informationstechnischen Theorien die es einer Kamera erlauben Licht, Schatten und Farbe festzuhalten. Ein technisches Bild unterscheidet sich daher stark von einem Gemälde, dass immer über einen Autor (im Sinne einer interpretierenden Kraft) verfügen muss. Ein Gemälde (oder archaisches Bild, um die Terminologie Flussers zu verwenden) ist nicht nur Abbild, sondern in erste Linie Ausdruck des Autors. Archaische Bilder sind der Sprache (und somit der Wirklichkeit) viel näher, als technische Bilder. Technischen Bildern fehlt dieser Autor (auch wenn es sicherlich Fotografen gibt – hier sei vor allem auf Andreas Gursky verwiesen – die in ihren Arbeiten die ästhetischen Strategien von archaischen und technischen Bildern vermischen). Der technische Apparat selbst wird zum quasi-Autor des Bildes, der seine inhärente technische Logik anwendet um die Wirklichkeit in ein Abbild zu transformieren. Gemälde folgen sozialen Konventionen, technische Bilder folgen den Naturgesetzen.

»Produced Realities« entstand als Teil meiner Abschlussarbeit an der FH Aachen und kann als Antithese zum Mythos der technischen Bilder verstanden werden. Die Logik des technischen Apparats wird isoliert und so dessen inhärente Realität thematisiert.

»Produced Realities« lädt den Betrachter ein, an der Erschaffung einer visuellen Typologie des Apparats mitzuwirken.

Für: Freies Projekt
Rolle: Recherche, Konzeption, Visuelle Gestaltung, Creative Coding